Heute hatten Fenris und ich einen wichtigen Termin in der Platinschmiede. Wir haben unter fachmännischer Anleitung unsere Ringe für die Hochzeit selbst geschmiedet. Natürlich haben wir alles mit der Kamera festgehalten, damit ihr auch was davon habt.
Die Rohlinge aus Palladium

Es wurde eine Mittellinie eingesägt und dann gefeilt. Am Ende war sie 0,7mm breit.

Eingespannt in den Fasskloben wurde die Mittellinie nach dem Zufallsprinzip ausgebeult. Das Fräsen fand ich gar nicht leicht. Vor allem hatte man da oft das Gefühl, man verhunzt den Ring völlig.

Das Zwischenergebnis sah auch etwas irritierend aus. Die Mittellinie hat inzwischen ganz schöne "Macken". Das Teil in der Mitte ist übrigens ein Klumpen Feinsilber, der anschließend in die Mittellinie eingelassen werden soll.

Die Linie wurde noch weiter verhunzt, ähhh, ausgearbeitet und das Silber wurde zu einem Draht gezogen.

Hier liegt der Silberdraht schon in der Mittellinie und wurde leicht eingedrückt.

Der Ring wurde dann von der Mitte aus erhitzt, damit das Silber flüssig wird und in die Linie läuft. Palladium hat einen viel höheren Schmelzpunkt als Silber.

Hier sieht man ganz gut, wie das Silber noch in Drahtform auf dem Ring liegt, der Ring glüht schon.

Jetzt ist das Silber flüssig und läuft in die Rille. Nun muss man die Flamme schnell wegnehmen, damit das Silber nicht kocht und Blasen wirft.

Der Ring kühlt wieder ab, das Silber wird wieder fest. Dies war einer der aufregendsten Arbeitsschritte.

Danach sahen die Ringe schon wieder um einiges besser aus, das Silber ist in der Rille.

Hier wurde einmal drüber gefeilt, nun kann man die Linie gute erkennen.

Innen habe ich schon angefangen, die Rundung zu feilen.

Nun begann nämlich die Feilorgie. Die Ringe sollen am Ende oval sein, also innen und außen eine Rundung haben.

Nach ganz viel Feilerei haben die Ringe ihre Rundungen. Es ist gar nicht so einfach, die Ringe so zu feilen, dass alles gleichmäßig ist. ;-)

So sehen die beiden doch schon ganz gut aus.

Auch innen haben sie eine Rundung.

Nun wird noch einmal drüber geschliffen, damit sie schön glatt sind.

Und so weit sind wir heute gekommen.

Bis zum nächsten Termin werden die Ringe flambiert, das macht allerdings die Chefin persönlich. Im zweiten Teil des Kurses machen wir dann die Endarbeiten, anschließend kommt in meinen Ring noch ein Stein und die Ringe gehen zum Graveur. Ich fand den Kurs heute super interessant und es hat ganz viel Spaß gemacht. Auch wenn wir ansonsten nicht so viel von der Hochzeit machen, finde ich selbst gemachte Ringe extrem cool, denn sie sind was ganz Besonderes.
Angucken kann man die Ringe am 6.5.11 um 9:10 am Standesamt Bremen Mitte. ;-)